Information Rules ist der Titel eines 1999 erschienenen
Buchs des bekannten Internet-Ökonomen Hal R. Varian (siehe http://www.inforules.com/).
Information bestimmt zu einem wichtigen Teil die Ordnung der Welt
-- Information 'regelt'.
Der Umgang mit Informationen weckt die Begierlichkeit von
Interessen. Sie wollen Regeln für Information, die ihren
Interessen entgegenkommen. Diese Doppeldeutigkeit der Paarung
Information – Regel, die im englischen Begriff nicht
aufgelöst wird, hat uns ermuntert, Hal Varians Buchtitel
für diese Basisveranstaltung zu übernehmen.
Information Rules will die Ordnung benennen und analysieren,
die sich die sogenannte Infomationsgesellschaft gegeben hat und
beziehungsweise geben möchte. In Deutschland denkt man bei
Regeln in erster Linie an Rechtsregeln. Diese Sicht ist jedoch
problematisch und deckt sich vor allem nicht mit den Erkenntnissen
der modernen Wissenschaften. Ordnung wird bloß auch durch
Rechtsregeln hergestellt – aber eben nur auch.
Mit der Veranstaltung Information Rules wollen wir zwei
Ziele erreichen:
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Information Rules soll elementares Wissen der
Ordnungswissenschaften Ökonomie,
Rechtswissenschaft und der Wissenschaft vom Staat und
der Politik vermitteln, soweit dieses für
Informatikerinnen und Informatiker relevant ist.
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Darüber hinaus aber soll klar werden, daß auch in
diesen Wissensbereichen ohne die Mitarbeit von
Informatikerinnen und Informatikern nicht entschieden
weiterkommen wird. Sie müssen verstehen, daß sie
durch ihre Arbeit -- gewollt oder ungewollt -- zu den
wichtigsten Akteuren und Regelgebern gehören. Man hat das
Ergebnis dieser Arbeit auch "Lex Informatica" genannt.
Das Konzept für Information Rules wurde im
Sommersemester 1999 von einer studentischen Projektgruppe
erarbeitet und geht nun in das vierte Jahr. Ausgangspunkt war die
allgemeine Unzufriedenheit über unsere frühere
Basisveranstaltung "Informationstechnik und Recht 1", die zu
rechts- und datenschutzlastig und eigentlich viel zu langweilig
geworden war.
Die jetzige Form von "Information Rules" scheint -- wenn
man der Meinung der bisherigen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
trauen darf -- weniger langweilig zu sein. Ein Grund dafür
könnte sein, daß wir in der Veranstaltung auf zwei
Konzepte großen Wert legen:
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Die grundlegenden Probleme werden über konkrete und
meist aktuelle Fälle erarbeitet, wie z.B. den Streit
um Microsoft oder die Problematik von Softwarepatenten.
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Diese Herangehensweise bringt es mit sich, daß in der gesamten
Veranstaltung, also auch in den Vorlesungen, das gemeinsame
Gespräch zwischen Veranstalter und Studierenden im Vordergrund steht.
Sowohl das Konzept als auch die Veranstaltung sind ein ständiges "work in
progress", da sie nicht zuletzt durch die teilnehmenden
Studentinnen und Studenten mitgestaltet werden. Wir hoffen, auch mit
dem diesjährigen Konzept wieder einen Grundstein gelegt zu
haben, daß die Veranstaltung für Sie interessant wird.
Wer Interesse an dieser Veranstaltung hat, dem empfehlen wir einen
Blick in Ablaufplan und
Vorlesungstexte der Veranstaltung im letzten Jahr.