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Quickbar:| I. P2P-Netzwerke
| II. Napster | III. GNUtella
| IV. Andere Systeme | |
|---|

| Patrick Mukherjee | Matrikelnr. 181978 |
| Hans-Jürgen Kelm | Matrikelnr. 171256 |
| Holger Prüfert | Matrikelnr. 173380 |
| (Gruppe 22)
|


I. Prinzipien des
Peer-to-Peer-Networkings
Peer-to-Peer ermöglicht die Verbindung von zwei Rechnern ohne einen vermittelnden Rechner. Bekannt wurde das Prinzip insbesondere über Datentauschsoftware wie Napster und Gnutella.
In solchen Netzwerken sind alle daran angeschlossenen Rechner gleichberechtigt. Alle Rechner können Ressourcen zur Verfügung stellen, d.h. sowohl als Server fungieren als auch freigegebene Ressourcen nutzen, also als Client arbeiten. [3.(http://www.swac.de/alex/alp_6.htm)]
'www.Gnutella.com' nennen dieses dezentralisierte peer2peer-Suchsystem (Technologie) ebend 'Gnutella', wie man einen anderen Dienst z.B. 'email' nennt. Bei Gnutella wird eine Anwendung, die Zugang zu solch einem Netz ermöglicht 'Gnutella servent (SERVer+cliENT) application' genannt.
Intel glaubt, dass die Bedeutung der Technologie
für die Zukunft des Internet so bedeutend sein könnte wie etwa
ein Webbrowser. Zur von Intel gegründeten Arbeitsgruppe zur Entwicklung
von entsprechenden Standards gehören unter anderem Hewlett-Packard,
IBM, Uprizer und Enfish.
Entsprechend will Intel dies in die Architektur
des Pentium4 einarbeiten, die den Namen 'Netburst' trägt. Der P4 soll
besonders für peer-to-peer Datentauschanwendungen ausgelegt sein.[(bha)
2.]
Und auch das neue 64bit-Betriebssystem 'Whistler'
soll Peer-to-Peer von haus aus unterstützen.[c't]

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Napster ist im Prinzip eine Software, welche viele Rechner in einem Netzwerk (Internet) miteinander verbindet. Auf jedem einzelnen dieser Rechner sind Musik- Daten (könnte aber auch für andere Daten gelten) gespeichert, sowie die napster- Software installiert. Die Links zu diesen Daten (MP3-Daten) werden in eine Datenbank aufgenommen und auf einem zentralen napster-Server gespeichert. Diese Musik-Daten stellt der Benutzer von Napster den anderen Napster-Benutzern frei zur Verfügung. Genau dort liegt in meinen Augen der Verstoss gegen die bestehenden Gesetze. Auf dem Napster-Server liegen lediglich die Informationen, welche Musik-Daten wo stehen. Nach dem Aufruf der Software wird man gefragt, welche Laufwerke napster auf MP3-Daten untersuchen soll. Anschliessend kann man den gesuchten Interpreten eingeben sowie einen bestimmten Titel. Befindet sich der gesuchte Titel des jeweiligen Interpreten auf einem oder mehreren der Rechner, die Napster verwaltet, bekommt man eine Liste, von der man sich nun die Qülle aussuchen kann. Dabei wird unterschieden, ob es sich um eine langsame oder schnelle Internet-Verbindung handelt und ob der Rechner, auf dem die gesuchten Daten liegen, gerade on- oder offline ist. Desweiteren bietet die Software sogar die Möglichkeit, dass sich die User miteinander unterhalten können (chatten).
Fazit ist: Einige sind der Meinung, Napster ist eigentlich nichts weiter als eine grosse Tauschbörse. Was ist eigentlich auch verwerflich am Tauschen von Musik?! Schliesslich würde auch keiner der Plattenbosse auf die Idee kommen, jemanden wegen Copyright oder Urheberrechtsverletzung anzuklagen, bloss weil er sich die Musik eines Freundes auf eine Kassette kopiert. Und um nichts Anderes geht es eigentlich auch bei Napster.
Die grösste Befürchtung der Musikindustrie ist eigentlich, dass sie nicht mehr so weitermachen können, wie sie das bisher getan haben. Es reicht eben nicht aus, einzelne gute und sehr gute Musiker mit lebenslangen Verträgen zu knebeln (siehe George Michael) und anschliessend die dicken Gewinne einzufahren. Der Vertriebsweg könnte sich wandeln, und an der Musikindustrie vorbeiführen (siehe Steven King und David Bowie). Die Musikindustrie hat einfach zu lange geschlafen und ist sich ausserdem auch noch nicht einmal einig. Sie hat es versäumt, den Bedarf an digitaler Musik aus dem Netz zu befriedigen. Die CD's im Handel sind teilweise viel zu überteürt. So ist es für den Verbraucher auch nicht leicht einzusehen, warum CD's in den USA beispielsweise billiger sind, als auf dem deutschen Markt.
Eine Strategie, um dem entgegenzutreten, wäre eigene Angebote zu machen. Diese müssten dann aber auch preislich so gestaltet sein, dass es wenig Sinn macht, sich die Musik aus dem Netz zu ziehen, anschliessend zu rekonvertieren und auf CD zu brennen. Schliesslich ist es allgemein bekannt, dass die Herstellung einer CD nur wenige Pfennige kostet, und dass die Musiker vom Verkauf der CD auch nicht den Löwenanteil bekommen, denn sie verdienen durch Konzerte, Merchandising und Tantiemen ihr Geld. Viele dieser Musiker würden, wenn es ihnen denn möglich wäre, den Weg zu ihren Fans direkter gehen, ohne den Umweg über die Plattenindustrie. Denn durch die Copyright und Urhebergesetze werden eigentlich nicht die Musiker geschützt, sondern eher die Plattenindustrie.
Die Filmindustrie hat sich bisher noch gar nicht groß zu Wort gemeldet und übt sich in Zurückhaltung. Vermutlich will sie erst einmal abwarten, wie die Entscheidungen in der Musikindustrie ausfallen, um anschliessend aus den dort gemachten Fehlern zu lernen. Hoffentlich begeht sie da nicht auch den gleichen Fehler, wie BMG, EMI und Co. Denn es gibt mit Windows Media 8, DivX und MPEG4v3 auch schon vergleichbare Kompressionsverfahren, um Videos in vernünftigem Zeitaufwand auf die heimische Festplatte zu bannen. Ein 90- minütiger Film benötigt mit o.g. Kompressionsverfahren auch nur ca. 500 MB Speicherplatz (teilweise sogar wesentlich weniger). Um den Download braucht sich jedenfalls auch die Musikindustrie keine Sorgen zu machen, denn die hiesigen Provider möchten auch immer mehr DSL-Kunden mit Flatrate. Mit der Meinung, man brauche sich in Deutschland noch keine Sorgen zu machen, weil die notwendige Infrastruktur und die Qualität der Raubkopien noch nicht gegeben seien, könnte man jedoch ziemlich schnell falsch liegen. Auch hier gilt das bei der Musikindustrie Gesagte. Die Filmindustrie bietet ihre uralten Filme zu stark überhöhten Preisen an, obwohl die Herstellungskosten einer DVD oder VHS-Videokassette nur ein Zehntel dessen ausmacht, was sie letztlich für eben diese verlangen. Aber vielleicht hat sie ja auch Recht, denn eigentlich haben sie ja auch schon Erfahrung auf diesem Gebiet. Denn jeder, der eines bestimmten Filmes habhaft werden möchte, braucht nur in die Videothek zu gehen und ihn sich zu Hause kopieren, für ein Zehntel dessen, was er im Handel kosten würde. Auch der DVD-Regionalcode stellt dafür jedenfalls kein Hindernis dar.
Mit der Übernahme macht BMG eigentlich nur einen sinnvollen Schritt in die richtige Richtung. Man möchte seine kontrollierten (?) Inhalte einem breitem Publikum anbieten. Es scheint zumindest so, als ob sich bei BMG die Einsicht durchgesetzt hat, dass es ziemlich sinnlos ist, gegen den Strom der Zeit zu schwimmen. Dazu passt dann auch das Zitat von Andreas Schmidt, Chef von Bertelsmann eCommerce: "Der Austausch digitaler Musikstücke ist nicht aufzuhalten!". Vielmehr versucht Bertelsman jetzt mitzuschwimmen und die Richtung zu seinen Gunsten zu verändern. Bertelsmann bekommt durch die Beteiligung an Napster eine Möglichkeit, den erst verschlafenen Schritt wieder wett zu machen. Immerhin verfügt Napster über mehrere Mio. Kunden, welche, wie bequem, die notwendige Software schon installiert haben und sich mit dem System auskennen.
Schliesslich, was hat Bertelsmann auch schon zu verlieren. Wenn es schief geht, sind lediglich die 20 Mio Dollar verloren. Wenn es aber gut geht, so verbucht BMG das eben als den Preis, den es gekostet hat, die Entwicklung verschlafen zu haben. Letztlich bezahlt es doch wieder der Verbraucher.
Verwunderlich ist meiner Meinung nach nur, wo denn hier die Wahrung der Urheberrechte bleibt. BMG begründet das mit den vielleicht demnächst erhobenen Gebühren. Das würde aber meiner Meinung nach bedeuten, dass Napster legal gewesen wäre, wenn sie von jedem User pauschal 1 Pfennig eingesammelt hätten.
Meine Meinung dazu ist folgende: Die Musikindustrie hat sich das Leben von Anfang an schwer gemacht. Wie ich oben schon berichtet habe, hat es damit angefangen, dass CDs in Deutschland wesentlich überteuert angeboten wurden. Dadurch hat die Musikindustrie sich nicht nur geschadet, indem sie dem Verbraucher ein bestimmtes Kaufverhalten aufzwang, sondern die heutige Situation regelrecht heraufbeschworen.
Der Kunde wurde durch die überhöhten Preise gezwungen, genau zu selektieren, welche CD er sich kauft und welche nicht. Das hat dazu geführt, das der Verbraucher sich nur wenige CDs anschaffte, nämlich genau die CDs, die er sich sowieso gekauft hätte, weil er von diesen Künstlern überzeugt war (Fanartikel). Diese hätte er sich aber auch gekauft, wenn sie noch teurer gewesen wären. Das führte wiederum dazu, dass die Ware CD zu einem Luxusartikel wurde. Unterstützt sehe ich meine These durch die Tatsache, das der frühere Verkauf von LPs nicht solche Auswüchse gehabt hat. LPs waren eben wesentlich billiger. Wer geht denn heute schon in einen Laden und stöbert, wie früher, nach guter Musik. Meiner Meinung nach nur wenige. Denn der Musikladen ist weit, das Wetter vielleicht schlecht, der Laden viel zu überfüllt, und wenn man dann endlich einmal ein CD gefunden hat, kann man sie nicht probehöhren. Und sind alle diese Hindernisse aus dem Weg geschafft, ist die CD sowieso viel zu teuer, und man kann sie sich schliesslich doch nicht leisten, weil das Portemonnaie es nicht zulässt.
Mein Fazit würde also lauten: Das Kaufverhalten der Verbraucher hat sich kaum verändert, weil die Musik, die der Kunde unbedingt haben möchte, holt er sich heute auch noch, wie früher, aus dem Musikgeschäft um die Ecke. Und nur Musik, welche sowieso aus dem Radiolautsprecher dudelt, kommt auf die Festplatte.
Wieso aber, gibt es dann einen Aufschwung bei dem Verkauf von Musik-CDs zu verzeichnen.
Das kann ich mir nur so erklären, das Musik-Liebhaber im Internet, durch
seine Vielfalt, auch auf andere Musik stossen, die sie nicht immer im Radio
hören, und sich dann gezielt die CD von diesem Interpreten im Laden
kaufen.
Zu der Schreckenskundschaft der Musikindustrie gehören also längst nicht
alle Internet-Nutzer.
Die Musikindustrie sollte sich vielleicht auch mal langsam auf die goldene
Handwerksregel besinnen, die da lautet:
"DER KUNDE IST KÖNIG"!
In einem Online-Artikel über Napster, Gnutella und Co. vom 03.10.2000, fand ich folgende sehr interessante Statistik von AP-Korrespondent David Bauder:
"... Bei einer Umfrage des Rock-Magazins "Rolling Stone" unter 5.000 Lesern sagten nur acht Prozent, sie hätten ihre CD-Anschaffungen eingeschränkt, weil immer mehr Musik im Internet zu bekommen sei. 54 Prozent gaben an, ihr Kaufverhalten habe sich nicht geändert. Mehr als jeder dritte Leser - 36 Prozent - kaufen nach eigenen Angaben sogar häufiger eine CD als vor ihrer regelmäßigen Musikbeschaffung im Internet. Dazu passt das Ergebnis einer Studie von Greenfield Online und YouthStream Media Networks, wonach zwei Drittel aller Internet-Nutzer mit regelmäßigen Musik-Downloads erklären, sie hören sich die Stücke an, um danach eine Kaufentscheidung zu treffen. Und nahezu 80 Prozent aller Napster-Teilnehmer geben an, sie wollten nach wie vor Musik-CDs kaufen.
Die Umsatzentwicklung scheint den Umfragen Recht zu geben. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden in den USA 355 Millionen Alben verkauft - 6,9 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Auch in Deutschland konnten erstmals seit zwei Jahren wieder mehr Tonträger verkauft werden: Im ersten Halbjahr waren es 120,4 Millionen Alben und Singles und damit 3,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. ..."
Das Internet dient also dazu, sich einen ersten Eindruck von den einzelnen Liedern auf einem Album zu machen, um es dann anschliessend eventuell zu kaufen. Die Entwicklung im Internet kann man nicht mehr aufhalten! Dazu passt auch ein Zitat von Rap-Musiker Chuck D.: "Das ist so, als ob man den Regen stoppen will. Man kann den Regen nicht stoppen."
3) Zeitschrift: c't 2000 Ausgabe 24 Artikel: "Die (MP3-)Revolution frisst ihre Kinder"
4) Zeitschrift: c't 2000 Ausgabe 23 Artikel: "Napster und das Feudalrecht"
5) http://www.BerlinOnline.de Artikel: "Napster-Nutzer sind oft rege CD-Käufer" vom 03.10.2000 von AP-Korrespondent David Bauder

Die Suche läuft bei Gnutella nach dem klassischen Prinzip des Schneeballeffekts ab: Der Urheber der Suche fragt bei allen mit ihm direkt verbundenen Hosts nach, ob Dateien vorhanden sind, die die gewählten Stichworte enhalten. Die Empfänger der Anfrage geben eine entsprechende Rückmeldung falls die Suche erfolgreich war und leiten unabhängig davon ihrerseits die Suche zu allen weiteren Knoten, mit denen sie jeweils direkt verbunden sind, weiter. Die Knotenrechner, wissen selber nicht, ob der Host, der die Anfrage an sie geleitet hat, auch ihr Urheber ist oder selbst nur als Relay fungiert.
Da nicht alle Hosts des Gnutellanetzes zu jeder Zeit aktiv sind, ist irgendwann die Suche beendet, obwohl auf anderen Rechnern vielleicht noch passende Dateien vorhanden wären. Diese Knoten liegen dann hinter dem sogenannten Suchhorizont, der erfahrungsgemäß nie mehr als 10000 Rechner umfassen wird. War die Suche erfolgreich, so erhält man als Antwort die Namen aller passenden Dateien und die IPs ihrer Hostrechner innerhalb des Suchhorizonts. Aus diesen kann man sich einzelne Dateien aussuchen und herunterladen.
War die Suche noch indirekt und darauf ausgerichtet, möglichst viele Knoten mit einzubeziehen, so funktionert der Download auf wesentlich direktere Weise: Zwischen dem Empfänger und dem (Noch-)Besitzer der gewünschten Datei wird eine HTTP-Verbindung hergestellt und die Datei direkt zwischen den Rechnern übertragen. Sollte dabei die Verbindung unterbrochen werden (z.B. weil der Sender über Modem im Internet war und während der Übertragung aufgelegt hat), so kann bei einem späteren erneuten Versuch die Datenübertragung da fortgesetzt werden, wo sie abgebrochen wurde (Ja, im Gegensatz zu Napster können Gnutella-Servents resumen ;-)
Empfehlenswerte Gnutella-Clones sind BearShare und Gnucleus für Win-32-Systeme sowie die systemunabhängigen Servents LimeWire und Furi auf Java-Basis. Auch das Originalprogramm scheint laut "gut unterrichteter Kreise" von Insidern inoffiziell weiterentwickelt zu werden, so dass möglicherweise trotz AOLs Bann eines Tages eine Version 1.0 verfügbar sein wird.
Die in Gnutella-Servents eingesetzten HTTP-Server sind resume-fähig, daher wird bei einem unterbrochenen Download nach der Neuverbindung an der Stelle fortgesetzt, an der der letzte Versuch scheiterte. Sollte jedoch der Zielhost nicht mehr mit dem Netz verbunden sein, so kann Gnutella natürlich nicht viel machen. In solchen Fällen bleibt nur der erneute Einwahlversuch zu einem späteren Zeitpunkt.
Kein anderer Nutzer im Gnutella-Netzwerk weiß, von wem eine bestimmte Suchanfrage ausgegangen ist. Die einzige Möglichkeit wäre, gezielt (falsche) Dateien ins Netz zu stellen und zu warten, wer versucht, diese herunterzuladen, da der Download durch das verwendete HTTP-Protokoll im Gegensatz zur Suche nicht anonym ist.
Ein Anbieter, der illegale oder urheberrechtlich geschützte Inhalte ins Gnutella-Netz stellt, kann genauso leicht erwischt werden wie jemand, der solche Dateien auf einen File- oder Web-Server ablegt. Einen (beschränkten) Schutz bieten hier lediglich dynamische IPs, sofern der genutzte Provider seine Logs nicht zu lange speichert...
Sever? Welcher Server?-) Fallen ein oder mehrere Knoten im Netz aus, so sind lediglich die dort gespeicherten Dateien für andere Nutzer nicht erreichbar, das übrige Netz funktioniert dennoch weiter.
Gegen wen? Gnutella ist keine Firma wie Napster, die man mit Klagen überhäufen könnte. Gnutella ist nur ein Protokoll, das Netz lebt durch seine Nutzer. Gnutella auf diese Weise lahmlegen zu wollen würde bedeuten, jeden einzelnen Gnutella-Anwender, im Zweifel sämtliche Internetuser verklagen zu müssen. (Nach Aussagen der Entwickler ist Gnutella nicht nur fähig, einen Atomkrieg zu überstehen, sondern sogar Angriffe einer hungrigen Meute von Rechtsanwälten.)
Gnutella arbeitet über "Freunde", die miteinander verbunden sind. Die Schwierigkeit ist natürlich, zunächst einen "guten" Freund zu finden, der möglichst wieder viele gute Freunde kennt. Zur Lösung dieses Problems gibt es sogenannte Host-Caches, das sind Anbieter, die eine möglichst umfangreiche und aktuelle Liste von Rechnern im Gnutella-Netz halten, aber selbst keine Dateien zur gemeinsamen Nutzung bereitstellen. Nach dem Verbinden mit einem solchen Rechner überträgt dieser wie jeder Servent seine Friends-Liste, trennt sich dann aber sofort wieder. Die meisten Servents verbinden sich standardmäßig beim Start mit einem dieser Dienste, allen anderen sei gnutellahosts.com:6346, router.limewire.com:6346 und gnutella.hostcache.com:6346 empfohlen
Wenn man eine gesuchte Datei nur auf einem Rechner findet, der per Modem ans Inernet angebunden ist, so kann die Verbindung nunmal bestenfalls nur 5 KByte/s schnell sein. Gegen Beschränkungen auf Hardwareseite ist selbst Gnutella machtlos...

Sieben Hacker aus der Cypherpunk-Community aus San Francisco, so titelt die c't, stecken hiter der Idee von Mojo Nation.Allen voran Jim McCoy, der Geschäftsführer von Autonomous Zone Industries, einer eigens für diese Idee gegründeter Firma. Bis jetzt investierte er 1,5 Millionen Dollar [6.SPIEGEL].
Verdient
hat er diese wohl aus seiner Arbeit bei Yahoo, wo er den Mailservices aufbaute
und managte. Seit ca. 14 Jahren ist er im Onlinebereich für verschiedenen
Firmen tätig.
Autonomous Zone Industries (AZI ) , ist aus "rechtlichen Gründen" auf den Cayman Inseln in der Karibik angemeldet. Der Hauptfirmensitz ist natürlich Silicon Valley, und nennt sich 'Evil Geniuses for a Better Tomorrow' (böse Genies für eine bessere Zukunft).
Durch ein direktes Peer-to-Peer Netzwerk können alle möglichen Daten getauscht werden. Es gibt keinerlei Server, sogar notwendige Datenbanken werden im Netz verteilt gespeichert. Der Benutzer bleibt dabei anonym und kann bei Bedarf auch mehrere Accounts anmelden. Die Übertragung der Dateien ist sogar verschlüsselt und recht inteligent verteilt.Die Mojo Nation legt wert darauf, daß jeder etwas zu dem Netzwerk beisteuert.
Startet man die zuvor heruntergeladene Mojo-Software, kann man sie starten, indem man in seinem Browser folgende Seite anwählt:
Von hier aus kann man nun nach Dateien suchen oder selbst welche veröffentlichen.
So sieht eine Suche aus ...
... mit dem Suchergebnis, ...
... und so sieht das zur Verfügung Stellen aus ...

... mit diesem Ergebnis: (Seite ist Rückmeldebestätigung, das alles geklapt hat.)

Die MojoID und der Dinode sind beides die Adresse der Datei, mit dieser URL kann man die Datei direkt runterladen.
Das sieht alles ziemlich einfach aus, dahinter steckt aber eine Wohldurchdachte Technik:
Das "Veröffentlichen" von Dateien folgt zunächst einem ausgeklügelten, mit Verschlüsselungsmechanismen arbeitenden Schema, bei dem die Nutzer unter beliebig vielen Pseudonymen agieren können.
Dazu unterteilt die Kernsoftware, der so genannte Broker, ein File zunächst in acht Teile, die während des Verschlüsselungsvorgangs mit einem eindeutigen Kennzeichen versehen werden.
Als nächstes erstellt der Broker eine Art Gebrauchsanweisung, wie
die einzelnen Stücke wieder zur Originaldatei zusammengefügt
werden müssen, und zerteilt (teilweise in mehrere hunderte oder tausende
kleinere Teile) sowie verschlüsselt auch diesen "Plan" wiederum.
Die einzelnen Dateifragmente werden noch mit einer ID verschlüsselt,
die es ermöglicht, sie als eine Datei zu Identifizieren. Anhand dieser
Metadaten können die einzelnen Pakete, die auf eine Vielzahl der angeschlossenen
"Servern" verteilt werden und deswegen nicht durch das Abstellen eines
einzelnen Rechners vom Netz zu nehmen sind, wieder von Agenten und im Prinzip
wie Suchmaschinen funktionierenden "Trackern" erkannt und neu zusammengefügt
werden.
Das Auffinden von Dateien übernimmt dann letztlich
der im Hintergrund laufende Brocker. Dazu sind nur die Höälfte
der Ursprünglichen (vier der acht) Teilsegmente nötig, was die
Zuverlässigkeit des Systems erhöhen soll.
Neben einem normalen Webbrowser sollen auch spezifische Programme wie
etwa ein MP3-Player auf den Brocker zurückgreifen können.
Dabei gibt es einen netten Schwarm-Effekt. Ist ein Lied sehr gefragt, wollen viele User es downloaden, die Dateifragmente verteilen sich auf viele Computer und finden dadurch schneller ihren Weg zu einem bestimmten Nutzer. Je mehr User, desto schneller das Netz. Auch die kleine Größe der Dateifragmente wirkt sich positiv auf den download aus (Packetgrö0e bei TCP/IP). Netzwerküberlastung regelt TCP/IP selbständig.
Der Brocker merkt sich zudem auch die vorhandenen Mojo im System und wie zuverlässig andere Nutzer sind. Diese Daten sind nicht nur auf den Benutzer des Brockers bezogen, sie sind vielmehr ein Teil einer großen, dezentralisierten Datenbank.
Mojos lassen sich momentan nur verdienen, indem vor allem Dateien, aber auch freier Speicherplatz auf der heimischen Festplatte oder Rechenleistung in den Arbeitspausen zur Verfügung stellt oder seine Internetleitung zur Benutzung frei gibt.
Wer nur ein langsames Modem hat, bekommt dafür weniger Mojo als der mit einem schnellen. Die teilnehmenden Computer buhlen um Ressourcen und bieten ihre Dienste an, über- und unterbieten sich, Angebot und Preis bestimmen die Nachfrage. Das alles managt das kleine, clevere Programm. Diese ökonomisch korrekte Konstruktion fand McCoy notwendig, um ein paar leidige Probleme zu vermeiden, die bislang das Internet beuteln. Kommerzielle, zentral verwaltete Angebote wie zum Beispiel der Programm-Ladedienst von Microsoft werden umso langsamer, je mehr Leute dort gleichzeitig Daten abrufen. "Bei Mojo Nation geht das nicht", sagt McCoy. Es ist wie beim Unterschied zwischen Planwirtschaft und Marktwirtschaft. Je mehr der Mojo-"Markt" an Teilnehmern und vernetzten Computern wächst, desto mehr kommt die Effizienz des Marktes zum Tragen. Das Internet wird schneller, nicht langsamer.
Die Mojos, die ein Surfer durch diese Dienstleistung verdient, kann er dann etwas für das Herunterladen von Dateien wie MP3s, Textdokumenten oder Software wieder verwenden. Damit wird verhindert, daß einige der Nutzer nur Daten beziehen und keine liefern - und dieser Teil sind laut McCoy immerhin 70% der Nutzer.
Der Geldhandel findet direkt unter den Benutzern statt. Lädt jemand eine Datei runter, so bekommen die jenigen die bezahlten Mojos, die die Datei auf ihrem Physischen Speicher haben, die die Datei weiterleiten und der jenige das meister, der die Datei ins Netz gestellt hat.
Ab Frühjahr sollen die Mojos auch in reales Geld umtauschbar sein. Der Wechselkurs für das Cybermoney soll sich rein marktwirtschaftlich an Angebot und Nachfrage orientieren. Natürlich will McCoy mit der Sache selber Geld verdienen, und das geht so: Mojo-Punkte kann man demnächst auch für Geld kaufen, und umgekehrt kann man überschüssige Mojo bei AZI in Geld umtauschen. McCoy kassiert dabei einfach eine Provision. Wenn er sich in Rage redet, träumt er von einer Zukunft, in der große Konzerne nachts ihre Computer für den globalen Datentausch ackern lassen.
Die Designer von Mojo Nation wollen auf diesem Weg einen "digitalen Marktplatz für den Austausch von ungenutztem Festplattenraum, Bandbreite und Prozessor-Resourcen" etablieren. Das Experiment, bei dem jeder Tauschvorgang letztlich einen monetären Charakter annimmt, ist in dieser Form bisher einmalig und könnte die Tradition der Geschenk- und Tauschökonomie des Internet mit der Geldökonomie der physischen Welt verschmelzen. Durch das nicht zu umgehende Micropayment-Verfahren wird zudem ausgeschlossen, dass ein Teil der Nutzer sich nur am Angebot seiner Mitstreiter bedient und selber nichts dazu beiträgt.
Für die Musikbranche ist natürlich bislang nichts von dem Geld vorgesehen. Nur für beklaute Künstler. In einer künftigen Version soll eine freiwillige "Trinkgeld-Funktion" zugunsten von Urhebern eingebaut werden.
("PayLars" soll dies genannt werden: In Anlehnung auf den Metallica-Drumer Lars Ulrich, der sich so sehr über Napster aufregte, daß man ihm ein Spendenkonto einrichtete, auf das Benutzer freiwillig eine Entschädigung zahlen konnten. Immerhin kamen so 530 US$ zustande :) )
Das Reputations System
Neben dem Micropayment-System soll deswegen vor allem ein zusätzlicher Reputationsmechanismus das Vertrauen der Netzgemeinde in die Applikation stärken, durch den die Anwender des Dienstes andere Nutzer ähnlich wie bei eBay bewerten und die Summe der verdienten Mojos einsehen können. Die von unabhängigen Dritten gesammelten Bewertungen sollen über gesonderte "Reputations-Server" zugänglich gemacht werden. Wer den Mitglieder der Mojo Nation dann Datenschrott anbietet oder nur über eine langsame, ständig zusammenbrechende Verbindung zum Netz verfügt, kann dort an den virtuellen Pranger gestellt werden.
Dieses Reputationssystem hängt direkt mit dem Zahlsystem zusammen: Die Bewertung eines Nutzers spiegelt sich in seinem Kreditrahmen wieder, den er bei anderen Nutzern hat.
[6.]
Angst vor der Musikindustrie oder Hollywood hat der ehemals bei Yahoo arbeitende 30-Jährige nicht. "Wir können fast alle Attacken aus dieser Richtung überleben", glaubt der File-Sharing-Protagonist im Vertrauen auf das dezentrale Netzwerk. Seiner Meinung nach entsteht durch den Agenten-Pool, auf dem die Infrastruktur von Mojo Nation beruht, eine weit verteilte Gesellschaft unabhängiger Akteure.
Dadurch sei das System insgesamt verlässlicher und fehlertoleranter als ein hierarchisches, zentralisiertes System. Seine Firma könne daher also gar nicht nachvollziehen, ob jemand raubkopierte Britney-Spears-Songs downloadet, legale Textdokumente tauscht oder Mojo Nation nur als Back-up-System nutzt. "Wir bauen nur die Autobahn, die ganze Kontrolle liegt lokal bei den Usern, die entscheiden wie sie das System nutzen wollen", so McCoy und "Eine Telefongesellschaft haftet ja auch nicht für die Inhalte der Telefonate". Das stellen sie Rechtlich in Punkt 16.1 ihrer Terms of Service klar. Jeder User ist selbst für das verantwortlich, was er zur Verfügung stellt und somit auch für die Einhaltung des Urheberrechts.
Anscheinend hat man sich aber gut abgesichert: Auch für die DMCA hat man vorsichtshalber ein Rechtfertigung auf der Webseite parat (report.shtml) und der offizielle Firmensitz von McCoys Unternehmen liegt auf den Cayman Inseln in der Karibik.
Anders als die Programmierer von Gnutella sei man aber zur partiellen Zusammenarbeit mit der Content-Industrie bereit.
Die Entertainment-Industrie, die momentan mit aller Macht gegen ihrer Meinung nach illegale Tauschbörsen und Werkzeuge zum Kopieren von DVDs vorgeht, dürfte dieses als Kompromiss gedachte Angebot allerdings eher als kompromittierend auffassen. [6.c't]
Autonomous Zone Industries nimmt den Mund sehr voll: "Wenn der Präsident von Sony zu uns kommt, werden wir sagen: Gnutella wird nie etwas für euch tun. Kämpft gegen die anderen und geht unter oder kooperiert mit uns und macht Profit."
Mojo Nation ist nicht zu stoppen oder zu kontrollieren. Ein weiterer Unterschied zu Napster ist, die angebotenen Daten liegen nicht auf einem einzigen Rechner. Alle Musikstücke oder sonstigen Daten werden zu Staub zerlegt, verschlüsselt und an viele Orte verteilt. Wer etwas sucht, fragt den Computer seines "Nachbarn" in Mojo Nation, und der fragt seinen Nachbarn und so weiter( "peer to peer System"). Dadurch wird es unmöglich, in das Projekt einzugreifen oder es gar zu stoppen. Daß fehlende Kontrolle ein Problem sein kann, ist nicht erst seit dem freien Austausch von Kinderpornographie, z.B. durch imesh, bekannt.
Die großen Scheine erhofft sich das Unternehmen aus einem gebührenpflichtigen Mojo-Nation-Service für Unternehmen.
Bisher ist MojoNation noch im Betastadium, es hat erst rund 25.000 Nutzer. Diese Zahl muß unbedingt steigen, noch ist das Netzwerk nicht wertvoll genug. Die Größte Konkurenz bietet wohl Gnutella und FreeNet, die einen ähnlichen Service, jedoch ohne Einschränkungen anbieten.
Das Ziel ist es, außer ne Menge Geld zu machen, die Rechenkraft aller Computer zu "entfesseln" : Das Internet wird schneller, die Downoladzeiten für
Videos kürzer, Streaming Video wird auch endlich besser, etc. Irgendwann werden große Firmen für ihre Produkte eigene Mojo-Versionen und eigene Mojos (z.B. "Siemens Mojo") bekommen. So die Träume der Erfinder.
Neben den Funktionen, die einen ähnliche Programme (z.B. Napster) bieten bietet Audiogalaxy eine Startseite mit aktuellen Informationen über die Musikscene und 25MB Platz auf ihren Servern zum speichern von Musik-Stücken von Interpreten, die dies wünschen. Bei der MP3 komprimierung sind das dann 25min Musik - also etwa 5-7 Songs. Schlecht vorstellbar, daß dieses Angebot genutzt wird.
In ihrem Angebot haben sie allerdings auch Musikfiles zahlreicher Web-Seiten aufgenommen (gelinkt).
Audiogalaxy verfolgt nach eigenen Angaben drei Ziele: (1.) Konsumenten die Musik zu bieten, die sie suchen, (2.) Musikern zu ermöglichen, daß ihre Musik gehört wird und (3.) die gute Musik von der schlechten zu trennen.
Im Gegensatz zu Napster speichert Audiogalaxy die Musikeinträge
seiner Mitglieder, so daß man sehen kann, daß ein Lied vorhanden,
aber nicht online ist. Dadurch haben sie inzwischen über 800.000 Songs
eingetragen.
[1. http://www.audiogalaxy.com/info/help_about.php3: Punkt B]
Auf ihrer Webseite macht 'Audiogalaxy' klar, daß es sich bei ihrem Dienst lediglich um Werkzeuge zum suchen und zum zur Verfügung stellen von Musik im Internet handelt. Copyright Verletzungen werden damit theoretisch unterbunden, indem der Benutzer einwilligt, nicht urheberrechtlich geschützte Dateien runterzuladen oder zur Verfügung zu stellen. Diesem Stimmt der Nutzer in den Nutzungsbedingungen zu und Audiogalaxy nimmt sich das Recht Benutzer den Zugang zu sperren, die dagegen wiederholt verstoßen [1. http://www.audiogalaxy.com/info/help_about.php3: PunktA1(Disclaimer and usage agreement)].
Dies ist wohl nur dazu da, sich rechtlich gegen die Musikindustrie abzusichern. Es währe zweifelsohne zu aufwendig, jede Musikdatei bei jedem Nutzer auf die Verletzung der Uhrheberrechte hin zu prüfen!
Finanziert wird das ganze sicherlich durch die Produkte, die sie zum Kauf anbieten. [http://www.audiogalaxy.com/info/help_about.php3: Punkt D]. Hiervon sollten letztendlich auch die Interpreten profitieren, handelt es sich um die Produkte natürlich um Merchandise-Dinge wie Videos, etc.
Die RIAA (Recording Industry Association of America) ist ein Zusammenschluss amerikanischer Platten-Firmen und Künstler
Das Vorgehen der RIAA ist umstritten. Die Vereinigung beklagt grosse Verluste durch Napster, und belegt dies durch Zahlen. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter 2200 MP3-Fans hat allerdings gezeigt, dass Napster der RIAA sogar mehr Umsätze beschere. Die RIAA erkennt dieses Umfrageergebnis jedoch nicht an.[2.(http://www.pc-tip.ch/webnews/)]
Popmusik macht etwas 50% des
Musikmarktes aus und ist damit der wichtigste Faktor. Die Verkäufe
der Aufnahmen spielen hier etwa die Hälfte der Gewinne ein, wie nachfolgende
Tabelle zeigt. Ein großer Teil der anderen Hälfte wird aus den
Konzerten gewonnen.
| Niederlande | USA | Großbrittanien | |
| verzeichnetes Einkommen, brutto (US$)a | 660.100.000 | 12.297.700.000 | 2.709.800.000 |
| Gesammtverkäufe (in Stücken)a | 38.000.000 | 1.044.800.000 | 234.500.000 |
| Verkaufte Stücke pro Kopf (US$)a | 42,6 | 46,3 | 46,4 |
| Copyrights und ähnliche Rechte (US$)b | 311.480.000 | 1.080.400.000 | 382.960.000 |
| Konzerte (hölländischer Veranstalter)c | 550.000.000 | n.a. | n.a. |
Finanzielle Bedürfnisse und Verträge spielen eine Rolle bei der Auswahl der Künstler und letztendlich folgen noch viele Hürden auf dem Weg zu den Medien oder bis die Musik den Konsumenten erreicht. Viele Einzelpersonen und die Beziehungen untereinander spielen eine Rolle. Es ist deshalb warscheinlicher, daß ein gut vermarkteter Künstler einen neuen Hit in den Charts landet, als ein noch nie gehöhrter.
Die Verfügbarkeit von Musik im Internet könnte diese alten Bahnen jedoch umlenken, wie Abbildung 2 zeigt.
Die Musik kann nun direkt vom Künstler zum Konsumenten gelangen, die Plattenindustrie währe aber bei diesem Prozess keineswegs ausgeschlossen. Sie werden immernoch zur Produktion und Vermarktung (Medien) benötigt. Sie spielen jedoch nicht mehr eine so große Rolle und sie können die Musik auch nicht mehr Filtern. Deshalb haben sie natürlich etwas gegen dieses Konzept.
Raubkopiererei scheint also nur der Fadenscheinige Grund zu sein, sind die Umsatzzahlen der Plattenfirmen doch in der letzten zeit eher gestiegen als zurückgegangen.
Tabelle 2 und 3 zeigen abschließend die 5
größten Musikindustrien und derren Umsätz, sie sind die
Hauptankläger in den Prozessen der RRIA.
| USA | Japan | Deutschland | Großbrittanien | Frankreich | Niederlande | Weltweiter Marktanteil in % | |
| EMI - (Thorn) | 10 | 14 | 22 | 22 | 13 | 15 | 16 |
| Warner - (Time Warner) | 22 | 7 | 13 | 11 | 13 | 8 | 14 |
| BMG - (Bertelsmann) | 12 | 8 | 15 | 9 | 11 | 13 | 14 |
| Polygram - (Philips) | 13 | 13 | 23 | 22 | 32 | 23 | 13 |
| Sony | 14 | 18 | 12 | 13 | 25 | 14 | 13 |
| nationaler Markanteil in % | 30,5 | 19,0 | 8,2 | 6,5 | 6,0 | 1,8 | 70 (alle 5 zusammen) |
| ... in mio$ | 12,102 | 7,552 | 3,270 | 2,572 | 2,392 | 0,717 | |
| Weltrang des Landes (#) | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 8 |
Hinweise: Plattenfirmen sind mit dem Namen ihrer Muttergesellschaft
aufgeführt.
| EMI (#1) | Warner-Chappell (#2) | BMG (#3) | Sony (#4) | Polygram (#5) |
| 550 | 475 | 275 | 200 | 180 |
[5.Kei s quelle in der Mailingliste ???]
Ganz eindeutig birgt das Peer-to-Peer-Prinzip das Problem, daß der Informationsaustausch nicht mehr kontrolliert werden kann.
Aber auch auf der technischen Seite birgt diese Technik ein Problem: Wird die Verbindung vorzeitig beendet, hat man abgehackte Musikstücke, und diese werden dann wieder anderen Benutzern zur Verfügung gestellt. Jeder ist also für seine Dateien verantwortlich. Will man nun Gebühren für einen Vermittlungsservice anbieten, muß man sicherstellen, daß die Ware korrekt geliefert wird. Da die Daten aber dezentralisiert sind, kann die Vermittlerfirma dies nicht gewährleisten.
Eine Studie des Marktforschungsunternehmen Webnoize, das die Entwicklungen bei Napster seit einigen Monaten beobachtet hat, schlägt eine Abkehr vom Peer-to-Peer-Prinzip vor.
Webnoize schlägt vor die Musikdaten, die im Netz versteut sind zu sammeln, und auf einem großen Server anzubieten. Dieser Server sollte keiner Firma alleine gehören. Vielmehr sollten sich alle Firmen, die Musik über das Internet vertreiben, diesen einen Server betreiben. Von diesem Server aus werden dann die Daten zentral an einen Nutzer geliefert.
Das hat den Vorteil, daß die Musikstücke vollständig sind und auch ihrem Titel entsprechen. Und auch die Urheberrechte sind besser zu wahren. Allerdings geht diese Idee völlig an dem Peer-to-Peer Prinzip vorbei, welches eine deutlich kleinere Belastung des Netzes hat. Solch ein Mega-Server für jeden auf der Welt, der Musik sucht dürfte sehr schnell ausgelastet sein.
Die Technik von Mojo Nation scheint da vielversprechender zu sein (siehe oben).
Mit dem Einstieg von Bertelsmann in das Peer-to-peer-Unternehmen fällt ein Kläger im Prozess gegen die RIAA weg. Und möglicherweise weitere: Bertelsmann lädt die Musikindustrie ein, sich ebenfalls zu beteiligen. Voraussetzung ist aber, dass Napster künftig gebührenpflichtig wird. Für die Entwicklung hin zu diesem entscheidenden Tag, an dem es nur noch gegen Cash Zutritt zur Tauschbörse gibt, hat Bertelsmann mehrere Millionen bezahlt und erhält im Gegenzug die Option, sich an Napster zu beteiligen.
Ob sich mit Napster in Zukunft Geld verdienen lässt,
ist völlig offen - nach wie vor. So oder so: Die Revolution hat begonnen.
Mit Napster kann Bertelsmann ihre Vision von der Ablösung des Marktmodells
durch das Netzmodell beginnen: Die beschränkte Verfügung durch
den Kauf einer CD wird durch den unbeschränkten Zugang zur Musik durch
das digitale Abonnement abgelöst. Musik ist dann ortsunabhängig
stets verfügbar und selbst mit Gebühr noch billiger. Und Musik
ist nur der Anfang. [(bha) 2.(http://www.pc-tip.ch/webnews/wn/17093.asp)]

Auch das Online-Unternehmen MP3.com wurde von der
RIAA wegen Urheberrechtschutz-Verletzung verklagt.
Zu den Klägern gehörten unter anderem EMI, BMG, Time Warner,
Sony, Universal und auch MPL Communications, die dem Ex-Beatle Paul McCartney
gehört.
Die Kläger stören sich an zwei Dienstleistungen
von MP3.com:
Der "Beam-it-Service", bei dem Anwender private CDs auf einem MP3.com-Server
speichern und dann über das Internet hören können, sowie
am Instant-Listening-Service, bei dem der CD-Käufer die Songs vorab
als MP3-Dateien über das Internet erhält. MP3.com hat über
80000 Songs von kopierrechtlich geschützten CDs in seiner Datenbank
gespeichert.
RIAA-Anwältin Cary Sherman erklärt,
MP3.com baue mit diesen Services ohne Erlaubnis der RIAA ein digitales
Archiv auf mit Titeln, für die der Online-Anbieter keine Rechte habe.
MP3.com-Chef Michael Robertson widerspricht: Der Anwender müsse
nachweisen, dass er die jeweilige CD gekauft habe. Man könne ihm nicht
vorschreiben, wann und wie er seine Scheiben anhört.
Die einzeln gestellten Schadensersatzforderungen beliefen sich bei Universal beispielsweise auf 450 Millionen Dollar Schadenersatz. Pro illegal vervielfältigter CD forderte das Plattenstudio Universal 45000 US-Dollar. Universal vermutete eine Gesamtzahl von 10000 kopierten CD´s.
MP3.com konnte sich mit allen Klägern nach
und nach aber aussergerichtlich einigen. Die Einigung mit Universal besteht
z.B. aus zwei Teilen: Zum einen muss ein Schadenersatz in Höhe von
53,4 Millionen US-Dollar gezahlt werden, und zum anderen erhält Universal
die Option, sich an MP3.com zu beteiligen.
Allen Einigungen gemein ist der Punkt, daß MP3.com nun Lizenzen
erworben hat die geschützten Aufnahmen über das My.Mp3.com-System
anzubieten.
Wegen der verlorenen Schlacht um Urheberrechtslizenzen
mit den weltgrössten Plattenfirmen wird der Internet-Service jetzt
allerdings kostenpflichtig.
MP3.com bietet registrierten Kunden auf dem neuen My.MP3.com künftig
nur noch CD-Titel oder Songs an, für die es Lizenzen von den Musikfirmen
besitzt. Zum Abhören eines der rund 750000 Songs muss der Nutzer nachweisen,
dass er im Besitz der entsprechenden CD ist.
Der einzige kostenlose dienst soll künftig
das Speichern von 25 eigenen CDs unter der Adresse von My.MP3.com erlauben.
Die Titel können von einem Personal Computer oder jedem anderen Gerät
mit Internetzugang abgehört werden.
Der kostenlose Dienst soll allerdings mit Werbeeinblendungen finanziert
werden. Wehr mehr CDs speichern will, muss eine Gebühr von jährlich
49,95 Dollar zahlen. Nach einem Bericht der New York Times will MP3.com
auch mit der Vermarktung von Informationen über Musikrichtungen ihrer
Kunden Geld verdienen.
Doch die Verhandlungen sind noch nicht ganz vorbei:
Mehrere kleine, unabhängige Plattenfirmen, die Anscheinend zu spät
gekommen sind, verklagen MP3.com.
Das Independent-Label Tee Vee Toons wirft MP3.com vor, in mehr als
700 Fällen Urheberrechte des Musikverlages verletzt zu haben. Unter
den Plattenfirmen, die gegen MP3.com Klage erhoben haben, befindet sich
auch der Musikverlag Zomba Entertainment, der die Teenie-Superstars Backstreet
Boys, Britney Spears und 'N-Sync unter Vertrag hat. Die Firma Koch Entertainment
klagt MP3.com an, 12 Songs illegal im Internet zur Verfügung gestellt
zu haben.
MP3.com bestreitet die Vorwürfe bislang. Die Verhandlung ist für
Februar angesetzt. Aber sicherlich wird man sich, hinsichtlich des neuen
Konzeptes von MP3.com auch aussergerichtlich einigen.[(bha) 2.]

Ebenfalls Scour Exchange, ein Napster-ähnlicher
MP3-Tauschanbieter, wurde am am 20. Juli 2000 wegen Urheberrechtsverletzungen
angeklagt. Der Vorwurf war, dass Scour den illegalen Austausch von Musik,
Videos und anderen Dateien ermöglichte.
Zu den Anklägern gehört auch in diesem Fall die RIAA. Scour
beruft sich darauf, eine Internet-Suchtechnologie zu sein.
Scour.com bot im Internet direkten Datei-Austausch
(Audio, Video) zwischen Internetnutzern an.
Ähnlich wie Napster nutzte Scour dabei eine peer-to-peer-Verbindung.
Napster benutzte allerdings zusätzlich einen zentralen Server, der
die Daten unter den Usern aufbereitete und über den die Nutzer miteinander
in Verbindung traten.
Die Firma nahm sich gleich drei Top-Anwälte:
Fred Bartlit, Arthur Miller und Peter Toren.
Bartlit - er gehört zu den besten Anwälten in den Vereinigten
Staaten - war der Kopf des hochrangigen Teams.
Arthur Miller ist ein Harvard-Professor und Experte im Internet-Recht.
Peter Toren hat schon mehrere Bücher zum Thema Urheberrechte geschrieben
und ist ehemaliger Chefankläger für Computer-Kriminalität
beim amerikanischen Justizministerium.
Anscheinend übernahm die Firma sich damit,
denn am 16.10.2000 wurde bekannt, daß der Dienst nach finanziellen
Schwierigkeiten einen Konkursantrag stellen musste.
Es folgte eine Versteigerung, bei der unter anderem Listen.com 5 Millionen
Dollar bot.
Am 12. Dezember 2000 erhielt letztendlich die bislang eher unbekannte
Firma CenterSpan den Zuschlag für die Technik und Immobilien für
insgesamt neun Millionen Dollar.
5,5 Millionen werden bar gezahlt, der Rest erfolgt in Form eines Aktienpaketes.
CenterSpan hat grosse Pläne mit der Scour-Technologie und will einen
legalen Tauschdienst aufbauen. [(bha) 2.]
Mit der Freeware "audioGnome
1.0.104." steuern die Programmierer rechtzeitig eine Alternative zu Napster
bei, bevor diese im Nirvana der kosten- und gebührenpflichtigen Lizenzprogramme
versinkt.
Der Download von audioGnome ist allerdings mit 4,8 MB etwas sperrig.
Bei audioGnome meldet man sich mit einer anonymen Identifikation (nebst einem Kennwort) an, und man kann sogar mehrere Profile angelegen.
Neben den umfangreichen Suchfunktionen bietet sich
einem ein moderiertes Forum und eine Hotlist mit Chat-Möglichkeiten.
Die Serverliste für den Austausch wird automatisch eingeladen und
man hat, je nach Wunsch, auf alle Server gleichzeitig Zugriff.
Die Menüfunktionen erlauben ebenfalls den Zugriff auf Napster-Server,
so dass ein erweiterte Recherche möglich ist.
AudioGnome bietet somit bei einer stetig wachsenden
Anzahl an Usern ein entsprechendes Potenzial wie Napster und dazu auch
noch anonymisiert. Hier werden sich die Medienkonzerne wohl was neues einfallen
lassen müssen. [4.www.audiognome.com]

Der Napster-Clone Aimster erfreut sich derzeit so grosser Beliebtheit - bald nutzen ihn über eine Million Surfer. Damit zeigt sich auch, dass der verzweifelte Kampf der RIAA gegen Napster nur ein sinnloser Kampf gegen Windmühlen ist. Napster war nur der Anfang. Die Entwicklung schreitet so schnell voran, dass es praktisch unmöglich wird, gegen Tauschprogramme anzugehen.
Aimster setzt auf den AOL Instant
Messenger auf, nutzt die Peer-to-Peer-Technologie, die Nutzer sind damit
direkt miteinander verbunden und tauschen ohne Umwege Dateien miteinander
aus. AOL selbst zeigt freilich keine so grosse Begeisterung über Aimster.
Kein Wunder: AOL ist indirekt durch Time Warner Mitkläger im Urheberrechtsprozess
gegen Napster. [(bha) 2.]

Wie auch Napster nutzt Leechnet ein
Peer-to-Peer-Netzwerk, das die Tauschwilligen direkt miteinander verbindet.
Anders als bei Napster werden hier aber nicht MP3-Dateien getauscht, sondern
Porno-Inhalte. Mit dem Programm können nur Bilder ausgetauscht werden.
Ein integrierter Bildbetrachter ermöglicht das direkte Anschauen der
Bilder. [(bha) 2.]

Eine legale Alternative zu Napster, Gnutella und Co. entwickelte die Firma iNoize im Herbst. Sie benutzen auch das Peer-to-Peer-Prinzip, jedoch lassen sich bei iNoize allerdings keine Dateien kopieren, sondern nur verschlüsselte Web-Musik-Streams tauschen. Für alle getauschten Streams will das Unternehmen wiederum Lizenzgebühren an die RIAA abführen - wodurch der Musiktausch völlig legal sein soll. Wie das kanadische Unternehmen iQuest Networks ankündigte, soll der JackalopeAudio.com genannte Web-Dienst im Januar kommenden Jahres starten. [(bha) 2.]
[]
[1. http://www.audiogalaxy.com/info/help_about.php3]
[2.(http://www.pc-tip.ch/webnews/)]
[3.(http://www.swac.de/alex/alp_6.htm)]
[4.www.audiognome.com]
[5.Kei s quelle in der Mailingliste ???]
[6:
http://www.mojonation.net (zahlreiche Seiten)
http://www.gegenwelt.com/index_mojo.html
c't (http://www.telepolis.de/deutsch/inhalt/te/8466/1.html )
© SPIEGEL ONLINE 42/2000
Die Zeit, 28.09.2000
Hamburger Abendblatt, 29.09.2000
Internet World, 01.08.2000
]
